mein erster Marathon

by Alexander Schaffer
in Sport

… ging daneben

Ich habe mir das wirklich einfacher vorgestellt. Ich bin sportlich veranlagt und Laufen war schon in meiner Schulzeit meine Stärke. In meinem Präsenzdienstjahrgang war ich mit Abstand der Schnellste. Warum sollte dann ein 3 Monats Wochenplan 20 Jahre später nicht reichen.

Hochmut kommt vor dem Hammer

Die ersten 25km waren kein Problem. Meine Familie verfolgte mich mit einem Tagesticket der U-Bahn quer durch Wien, was auch motivierte. Beim Praterstadion kam dann das Unvermeidliche. Ich habe schon im Gesichtsausdruck meiner Kids gesehen, dass das nichts mehr wird. Der Stolz ist dem Mitleid gewichen.

Mit 30km kam er dann

Mein Hammer war mehr eine Sichel die sich in meine Waden schnitt. Es war kein Krampf sondern ein stechender Schmerz. Die wollten einfach nicht mehr. Um das Lusthaus und zurück ging es nur mehr im Schritttempo. Erst die letzten 5km konnte ich wieder schmerzfrei Laufen und das in einer den Umständen entsprechend guten Pace. Am Ende waren es über viereinhalb Stunden.

Danach ging nichts mehr

Das Ziel habe ich erreicht, aber der Weg nach Hause war nur mehr eine Qual. 

Meine Lehren

  • Die Belastung für den Körper steigt wirklich exponentiell mit jedem zusätzlichen Kilometer.
  • Ich bewundere die Leute, die einfach so, ohne gezielte Vorbereitung einen Marathon schaffen. Noch mehr bewundere ich die „Viecher“ die die Selbstdisziplin aufbringen, neben Kind, Frau und Kegel einen Online-Trainingsplan einzuhalten.
  • Ich brauche einen externen Antrieb, um konsequent dran zu bleiben. Vielleicht hätte ich mich einfach mit einem Gleichgesinnten aus einem Verein oder einer Onlineplattform kurzschließen sollen.